Colliii: Hallo Hanni. Danke, dass Sie sich Zeit für uns nehmen. Erzählen Sie uns doch etwas über sich.
Hanni Posch: Ich lebe mit meinem Mann in einer ländlichen Weinbaugegend in Baden-Württemberg. Von Beruf bin ich gelernte Fremdsprachen-Sekretärin, war aber lange Jahre auch liebend gerne Hausfrau und Mutter. Mit 3 Jungs, davon einmal Zwillinge, wurde es bei uns nie langweilig. Vor einigen Jahren bin ich wieder ins Berufsleben zurückgekehrt und nun im Kundenmanagement einer großen Einzelhandelskette tätig.
Colliii: Wie lange modellieren Sie du schon und wie sind Sie dazu gekommen?
Hanni Posch: Kreative Arbeiten waren mir auch schon während dieser manchmal recht turbulenten Zeit als Ausgleich sehr wichtig und für Künstlerpuppen interessierte ich mich schon längere Zeit. Irgendwann kam bei mir immer mehr der Wunsch auf, selbst einmal eine eigene Puppe zu modellieren. Eines Tages entdeckte ich dann ein Unikatbaby, welches aus einer ofenhärtenden Modelliermasse hergestellt worden war. Ich war sofort fasziniert von dem lebensechten Aussehen, kaum zu unterscheiden von einem echten Baby. Ich wollte das am liebsten sofort ausprobieren. Ich suchte mir alle möglichen Informationen und Anleitungen zusammen und mein Erstlingswerk „Lucy“ wurde dann im Jan. 2006 fertig. Es war ein ganz besonderer Augenblick für mich, die erste selbst modellierte Puppe im Arm zu halten und von da an hatte mich das Modellierfieber fest im Griff.
Colliii: Was ist dabei Ihre Inspiration?
Hanni Posch: Meine Ideen beziehe ich hauptsächlich aus Alltagssituationen. Ich kann an keinem Kinderwagen vorbeigehen, ohne nicht einen verstohlenen Blick hineinzuwerfen. Es ist auch schon mal vorkommen, dass mich ein besonders süßes Baby-Outfit inspiriert hat, ein Baby nach meinen Vorstellungen speziell dafür zu modellieren. Sehr gerne sehe ich mir auch Dokumentarberichte aus aller Welt an, da mich die Kinder aus anderen Kontinenten immer wieder faszinieren. Sie haben für mich einen ganz besonderen Reiz und eine sehr starke Ausstrahlung.
Colliii: Wie ist Maylin entstanden?
Hanni Posch: Maylin habe ich vor längerer Zeit in einem Dokumentarbericht aus Asien gesehen und sie ging mir nicht mehr aus dem Sinn. Es hat aber eine ganze Weile gedauert, bis ich endlich anfing, sie zu modellieren und eine besondere Herausforderung war auch, die charakteristischen ethnischen Merkmale entsprechend umzusetzen. Ich habe ziemlich lange an ihr gearbeitet, da ich vorwiegend nur am Wochenende oder im Urlaub Zeit für mein Hobby habe.
Colliii: Warum haben Sie gerade eieses Unikat für die Colliii Awards angemeldet?
Hanni Posch: Ich hatte schon bei den beiden letzten Colliii-Awards mitgemacht und mich sehr über die letztjährige Nominierung gefreut. Dieses Jahr wollte ich eigentlich zuerst gar nicht teilnehmen, aber da ich Maylin gerade fertig hatte, habe ich mich doch noch spontan dazu entschlossen sie anzumelden, denn es ist einfach spannend, bei so einem Award mit so vielen Teilnehmern mitzumachen. Aber ganz ehrlich, ich hätte nicht einmal mit einer Nominierung gerechnet, es waren einfach so viele wundervolle Puppen dabei!
Colliii: Wie haben Sie reagiert, als Sie erfahren haben, dass Sie einen Colliii Award gewonnen haben?
Hanni Posch: Ich las die Nachricht zuerst in meinem Modellierforum, wo mir schon gratuliert wurde, konnte es aber gar nicht richtig glauben. Erst nachdem ich das Video mit den Gewinnern gesehen hatte und meinen Namen hörte, wurde mir bewusst, dass Maylin tatsächlich gewonnen hatte und die Freude war natürlich riesig!
Colliii: Sie haben schon einige Bausätze produzieren lassen. Soll auch Maylin ein Bausatz werden?
Hanni Posch: Was mit Marylin geschehen wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht entschieden, alle Neuigkeiten werden aber auf meiner Homepage veröffentlicht.
Colliii: Sie haben sowohl Bausätze als auch Künstlerpuppen produzieren lassen. Welche machen Ihnen mehr Spaß?
Hanni Posch: Das kann ich so gar nicht beantworten. Da ich beim Modellieren die Abwechslung liebe, ergibt es sich zwangsläufig, dass meistens auf ein eher kleines Baby wieder ein etwas älteres Kleinkind folgt und oftmals auf ein dunkelhäutiges Kind dann wieder ein ganz hellblondes mit blauen Augen. Aber genau darin liegt für mich der Reiz, immer wieder ein neues Puppenkind zu modellieren, das in seiner Art ganz einzigartig ist und seinen ganz eigenen speziellen Gesichtsausdruck und Charakter hat. Es ist jedesmal erneut unheimlich spannend, was letztendlich aus so einem Klumpen Modelliermasse entsteht und ich habe an jeder fertiggestellten Puppe immer wieder neu meine Freude.
Colliii: Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?
Hanni Posch: Ich könnte nicht sagen, dass ich konkrete Pläne für die Zukunft schmiede, darüber mache ich mir eigentlich gar keine großen Gedanken. Natürlich freue ich mich über Erfolge und bin bestrebt, mich weiter zu entwickeln. Aber in erster Linie ist das Modellieren für mich ein wunderbarer Ausgleich zu meinem manchmal sehr anstrengenden Berufsalltag, wobei ich abschalten und entspannen kann. Wenn ich dazu noch den Sammlern mit meinen Puppen Freude bereite, dann ist das für mich die schönste Auszeichnung. Durch mein Hobby haben sich inzwischen auch sehr viele freundschaftliche Beziehungen entwickelt, die ich nicht mehr missen möchte.
Colliii: Wo kann man Ihre Schätze erwerben?
Hanni Posch: Unikate verkaufe ich eher selten. Mein Bausatz "Maurice" ist derzeit im Handel erhältlich und Lindsey wird voraussichtlich im nächsten Frühjahr erscheinen. Da der Shopping-Sender HSE den Puppenverkauf eingestellt hat, sind momentan keine Künstlerpuppen mehr von mir zu bekommen. Wer an meinen Puppen interessiert ist oder Kontakt mit mir aufnehmen möchte, hier ist meine Homepage: www.hanni-dolls.de Ich freue mich über jeden Besuch!
Colliii: Gibt es noch etwas, was Sie gerne sagen möchten?
Hanni Posch: Vielen Dank nochmals für den schönen Pokal und ein großes Lob an das ganze Colliii-Team für all die Arbeit und Mühe die ihr investiert habt. An dieser Stelle möchte ich auch allen anderen Nominierten und Gewinnern ganz herzlich gratulieren, ihr habt wirklich unglaublich beeindruckende Arbeiten vorgestellt! Aber ebenfalls ein großes Lob an alle Teilnehmer, bei denen es nicht ganz gereicht hat. Ich weiß, wie viel Liebe und Herzblut in jedem eurer Arbeiten steckt, für mich seid ihre alle Gewinner und wie sagt man so schön: "Nach dem Award ist vor dem Award", also nächstes Jahr gibt es sicher wieder eine neue Chance. Ich drücke euch allen die Daumen!















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