Barbara Giannelli trifft ColliiiBarbara Giannelli trifft Colliii

Die italienische Puppenkünstlerin Barbara Giannelli erzählt uns von ihren Erfahrungen als Künstlerin und Lehrerin.

Colliii.com: Hallo Barbara. Möchtest du dich vorstellen?

Barbara: Ich heiße Barbara Giannelli, ich bin 43 Jahre alt und wohne in der Stadt La Spezia, Italien, am ligurischen Meer. Ich mache seit 25 Jahren Puppen, vor allem aus Porzellan. Am Anfang war es eher nur ein Spiel. Auf einem Antiquitätenmarkt sagte mir jemand, dass eine Puppenfirma einen neuen Mitarbeiter suchte, der Porzellanpuppen malen könnte, hauptsächlich Feen und Wichtel. Ich war schon immer in diese wunderschönen Figuren verliebt und sagte gleich zu!
Ich besuchte einen Kurs in der Firma und wurde direkt eingestellt. Ich war im siebten Himmel, ich war erst 18, das war Glück! Seitdem habe ich meine Tage mit Malen verbracht, viele Stunden jeden Tag. Ich musste einen Ofen und die ganzen Werkzeuge kaufen. Alles stand zuerst im Keller, bis ich genug Geld hatte, um umzuziehen und ein kleines Atelier zu öffnen.
Es war ein langer und schwieriger Weg, aber ich habe mich so sehr gefreut, dass ich unter 200 Bewerbern ausgewählt wurde!
Die Puppen wurden überall sehr gut verkauft, sowohl in Italien als auch im Ausland, den Leuten gefiel, wie ich sie gemalt hatte, und ich war glücklich! Aber vor etwa 15 Jahren ging die Nachfrage zurück und die Arbeit nahm stark ab. Deswegen musste ich neue Ideen hervorbringen und das ging gut!

Colliii.com: Das ist eine tolle Geschichte! Und was für Puppen machst du jetzt?

Barbara: Jetzt mache ich verschiedene Arten von Puppen: aus Stoff, Porzellan, Cernit und Vinyl, die letzten sind Rebornpuppen.

Colliii.com: Welche magst du lieber?

Barbara: Ich mag Porzellanpuppen am liebsten.

Colliii.com: Du warst eine der ersten Künstlerinnen in Italien, die sich für das Reborning interessiert haben. Wie kamst du auf diese Idee?

Barbara: Ja, ich war eine der Ersten, die diese Technik in Italien bekannt gemacht haben. Vor sieben Jahren nahm ich an einem Kurs in England teil. Der Kurs war nur für Händler. Die Leiterin wollte nicht nur Porzellanpuppen, sondern auch Rebornpuppen im Kurs machen,wobei das sehr schwierig war. Wir benutzten Berenguer-Puppen aus hartem Vinyl und die Technik des Newborns. Wir mussten sie entfärben, anschleifen und neu bauen. Es gab nur Acrylfarben, man musste das Lila ins Vinyl gießen und so weiter...
In Italien konnte man einige Produkte wie Verdünnungsmittel usw. gar nicht finden, so wurde ich selbst Händlerin einer amerikanischen Firma und konnte dadurch andere italiensche Künstlerinnen unterstützen!

Colliii.com: Wie war es, das Reborning in Italien einzuführen?

Barbara: Es war und es ist immer noch schwierig, das Reborning zu verbreiten. Eine echte Rebornpuppe entsteht aus der Erfahrung, keiner hat die Kenntnisse in sich, man entdeckt ständig neue Materialien. Jemand sagte, dass das Reborning nur eine einzige Technik ist, aber das stimmt nicht. Ganz im Gegenteil: Es gibt verschiedene Arten von Farben und verschiedene Marken. Natürlich muss man aufpassen, aber es lohnt sich... und heutzutage kann man alles bequem kaufen, was man braucht. Die Idee kam dank einer guten Freundin aus den USA. Wir waren in Kontakt miteinander wegen Porzellanpuppen.

Colliii.com: Wie siehst du den italienischen Puppenmarkt?

Barbara: Diese Puppen hatten einen großen Erfolg. Der Markt richtet sich vor allem auf den Bereich der Hobbys.

Colliii.com: Wie entsteht bei dir eine neue Rebornpuppe? Was ist deine Inspiration?

Barbara: Meine Puppen entstehen immer aus einem besonderen Augenblick des Lebens heraus. Ich widme ihnen viel Zeit, und nach so vielen Tagen ist es, als ob ich wirklich ein neues Baby bekommen hätte! Ich liebe sie alle, auch die, die nicht so schön sind!

Colliii.com: Machst du viele Wettbewerbe oder Ausstellungen mit?

Barbara: Ja, ich nehme an verschiedenen Ausstellungen und Messen teil. Sie sind sowohl für Händler als auch für Puppenliebhaber. Ich hatte besonderen Erfolg durch Demonstrationen, wie man die Technik richtig anwendet.

Colliii.com: Du bist eine sehr beliebte Reborning-Lehrerin. Wie viele Kurse hälst du?

Barbara: Danke für das Kompliment! Ich bringe den anderen die Technik bei, aber jeder muss selbst experimentieren und die Abtönungen finden, bis die Haut wirklich echt aussieht. Das ist gar nicht einfach, man braucht sehr viel Geduld und Ausdauer. Man soll nie bei der ersten Schwierigkeit aufgeben. Die Kurse finden in meinem Atelier statt und seit diesem Jahr auch in Geschäften. Ich unterrichte immer Gruppen.

Colliii.com: Wie ist es, deine Kunst anderen Menschen beizubringen?

Barbara: Ich liebe es. Ich arbeite als Lehrerin in einer Schule für Mode, ich lehre schon lange und ich mag es, das zu vermitteln, was ich habe. Diese Arbeit hat mir vieles gebracht und vielleicht ist es eben dank dieser Erfahrung so, dass ich meine Begeisterung vermitteln kann. Ich bringe den anderen alles bei, was man wissen soll, dann soll jeder seiner Kreativität freien Lauf lassen! Die haben wir alle!

Collii.com: Danke für deine interessante Geschichte, Barbara! Wir wünschen dir alles Gute für deine wunderschöne Arbeit!

Für weitere Informationen über Barbara und ihre tollen Puppen klicken Sie auf: www.ilboschettodeifolletti.it oder schreiben Sie an Barbara unter der folgenden Adresse: ilboschettodeifolletti@alice.it